Romwallfahrt 27.9.-3.10.2008

Eindrücke von der Pilgerreise der Laurentius Gemeinden Burscheid und Hohkeppel nach Rom

150 Pilger aus den Laurentius Gemeinden Burscheid und Hohkeppel haben sich in der ersten Woche der Herbstfereien auf die Pilgerfahrt nach Rom zum Grab des Hl Laurentius gemacht, Anlass war der 1750-te Todestag des Pfarrpatrons, dessen Wirken wir am Ort des Geschehens nachspüren wollten. Mit dabei war wir Schrages, die Eltern mit den drei Söhnen im Alter von 14 bis 19 Jahren. Wir haben eine erlebnisreiche, intensive und eindrucksvolle Woche verlebt, aus der wir einige Eindrücke hier wiedergeben möchten:

  •  Der Pilger als „Touri“: für viele Teilnehmer war es die erste Reise nach Rom, so dass die touristischen Highlights nicht fehlen durften: in einem dicht gedrängten Programm haben wir „alles“ gesehen: Spanische Treppe, Trevi-Brunnen, Pantheon, Piazza Navona, das Forum Romanum, Colosseum, Vatikanische Mussen, Sixtinische Kapelle u.v.m.
    Natürlich haben wir auch Kirchen besichtigt: Petersdom, Lateran Basilika. St. Paul vor den Mauern, St. Laurentius vor den Mauern, Santa Maria Maggiore, San Clemente. 
     

  •  Rom bei Nacht: nach einem anstrengenden Tag haben wir - die nicht per Halbpension verpflegten Teilnehmer, in der Mehrzahl die Gruppe der Jugendlichen – in der Stadt gegessen. Dabei konnten wir uns auf die Empfehlung unseres sachkundigen Führers Herrn Stippler verlassen, der in jeder Gegend ein gutes sowie preisgünstiges und typisches Restaurant/Pizzeria kannte: „Wo eine Schlange ist, da gehen die Römer hin, da ist es gut.“ Selbst für eine Gruppe von 15 Leuten haben die hilfsbereiten Römer in einer vollen Pizzeria in Trastevere Platz organisiert und wir haben nach kurzer Wartezeit lecker gegessen. So haben wir an bei lauen Abendtemperaturen im Freien an Plätzen und Straßen gesessen, das Treiben um uns herum beobachtet und Pizzen in den verschiedensten Variationen genossen.

  • Die Morgenandacht: jeden Morgen versammelten wir uns zum Morgengebet, das wegen der beschränkten Größe der Kapelle in zwei aufeinander folgende Gruppen aufgeteilt war. Obwohl es in „aller Herrgottsfrühe“ (7:00 bzw. 7:15 Uhr) stattfand, haben alle regelmäßig teilgenommen und einen wichtigen Impuls in den Tag mitgenommen. Das regelmäßige morgendliche Gebet war ein tragendes Element unserer Pilgerreise. 

  •  Die Pilgerreise: der Charakter unserer Reise änderte sich immer schlagartig wenn wir Gottesdienst gefeiert haben. Das touristisch interessante Gotteshaus wird zum Ort des Gebets und des Glaubens. Wir haben das erlebt bei den Andachten in S. Lorenzo in Panisperna, S. Lorenzo in Lucina und bei den beiden Messen in St. Paul vor den Mauern und San Lorenzo vor den Mauern.
    Gerade noch hatten wir die großartige Kirche St. Paul vor den Mauern bestaunt: zig hunderte Jahre alt, Fresken, Mosaiken, antike Säulen, barocke Gestaltung, toller Marmorfußboden, berühmte Gemälde. Jetzt sitzen wir auf den Bänken in der Apsis dieser Kirche und feiern Gottesdienst. Wir singen, wir beten, wir denken an unsere Gemeinden in Burscheid und Hohkeppel, wir feiern gemeinsam Eucharistie. Jetzt lebt diese Kirche. Seit vielen Jahrhunderten wird am Grab des Paulus gebetet. Wir reihen uns ein und erleben in ergreifender Weise, dass wir unseren Glauben über die Zeit mit vielen Generationen teilen.
    In San Lorenzo steht im Mittelpunkt der Messe die Bitte um die Fürsprache unseres Pfarrpatrons. Wir bringen die aus Burscheid und Hohkeppel mitgebrachten Briefumschläge mit den Bitten und Anliegen der zu Hause Gebliebenen sowie die Fürbitt-Bücher der beiden Gemeinden an die Confessio unterhalb des Altars, wo der hl. Laurentius in besonderer Weise verehrt wird. Es wird noch einmal sehr beeindruckend greifbar, dass wir auch stellvertretend für unserer Gemeinden hier sind und diese in unser Beten mit einschließen.

     
  • Die Gruppe: ca. 150 Pilger, Alter von 8 bis über 80, ca. 30 Kinder und Jugendliche, 1/3 aus Hohkeppel und 2/3 aus Burscheid, aufgeteilt auf 2 räumlich getrennt liegende Gästehäuser: das stellt schon eine besondere Herausforderung an die Organisation dar. Es hat nicht alles perfekt geklappt, das Warten wurde manchmal zu einer echten Geduldsprobe, schließlich bestimmt der/die/das Langsamste die Geschwindigkeit der ganzen Gruppe. Aber die Geduld hat gesiegt und es gab (fast) keine organisatorischen Ausfälle.

Viel wichtiger aber sind die Erfahrungen, die nur in einer Gruppe möglich sind: die Gemeinschaft der Glaubenden bei den Morgengebeten und beim Feiern der Eucharistie; das Gemeinschafterlebnis beim Singen in S. Maria Maggiore, beim abendlichen Singen in der Casa San Giuseppe und den morgendlichen Geburtstagsständchen. Auch das gemeinsame Warten vor den vatikanischen Museen kann zu einem Erlebnis werden. Wir haben wahrgenommen, dass wir über die Generationen hinweg gemeinsam auf dem Weg sein können, dass Christen mit sehr unterschiedlichen familiären und sozialen Hintergründen gemeinsam ihren Glauben erfahren und leben können. Und wir haben neue Menschen kennen gelernt oder auch Beziehungen weiter vertieft. 

Rom war eine Pilgerreise wert. Die Gemeinschaft in der Gruppe und besonders das geistliche Leben haben diese Reise zu einer wichtigen Glaubenserfahrung werden lassen.

Dr. Johannes Schrage

 

Seite zuletzt geändert am: 13.10.2008, 21:18 von Administrator