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     23. Sonntag im Jahreskreis   

In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten; wandte er sich an sie und sagte:
Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.
Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es
geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, so lange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

Bibeltext: LK 14, 25-33


 
  Ausmalbild zum 23. Sonntag im Jahreskreis  

Ausmalbild zum 22. Sonntag im Jahreskreis

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Für Kinder:

Ausdauertraining ist langweilig und beschwerlich. Am Liebsten möchte man sofort mit dem Fußballspiel anfangen. Aber das Spiel ist am Schönsten, wenn richtig gute Spieler  dabei sind. Und um das zu werden, muss man eben im Training auch den beschwerlichen Teil in Kauf nehmen!
Was das mit der Bibelstelle zu tun hat?
Jesus hat den Menschen vom Gottesreich erzählt, einem Reich des Friedens und der Gerechtigkeit für alle. Er hat Kranke geheilt und Hungrige satt gemacht. Viele möchten darum zu ihm gehören und am Gottesreich teilhaben..
Den römischen Besatzern zurzeit Jesu in Israel missfiel aber, was Jesus sagte und tat. Jesus ahnt, dass es zum Streit mit ihnen kommen wird. Darum bereitet er seine Freunde auf Verfolgung und Gefangenschaft vor. Die Freunde sollen wissen: auch wenn es schwer wird, sollen sie den Glauben an ihn, Gottes Sohn, nicht verlieren.
Und tatsächlich machen die Freunde Jesu drei Tage nach seiner Verhaftung und seinem Tod am Kreuz die Erfahrung: Jesus lebt!
Die Bibelstelle lädt ein, darüber nachzudenken, was – am Ende – wirklich wichtig ist. Nicht nur auf den nächsten Schritt zu gucken, sondern das Ziel zu sehen und mit Blick darauf zu handeln. Und vielleicht um des guten Zieles Willen auch einmal Beschwerliches auszuhalten.
Beim Fußball kann das heißen: nicht nur auf die langweiligen Aufwärmübungen zu schauen, sondern auf das tolle Spiel.
Im Leben kann das heißen: nicht nur auf den eigenen Vor- oder Nachteil zu schauen, sondern auf ein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit für alle auf der Welt.

(Efi Goebel)



Für Erwachsene:

Die Worte Jesu haben gewiss nicht nur damals Anstoß erregt und die Zuhörer abgeschreckt. Wenn man vom Tragen des Kreuzes hört und vom Hassen der Angehörigen, mag man den Rest überhaupt nicht mehr hören. Schade eigentlich.
Denn das Evangelium wählt die starken Bilder nur, um einen ansonsten recht abstrakten Sachverhalt anschaulich zu machen: Es geht um die Unmöglichkeit, das Evangelium zu verkleinern. Es ist nicht möglich, neben dem Wort Gottes irgendetwas anderes zu glauben. Das Wort Gottes ist ja die unendliche Liebe, in der die ganze Welt von Ewigkeit her unüberbietbar geborgen ist. Jeder Versuch, diese Aussage auch nur eine Winzigkeit zu relativieren, zerstört sie, so wie ein Luftballon auch mit dem kleinsten Löchlein bald keiner mehr ist.
Wer zum Beispiel glaubt, Gott straft das Fehlverhalten des Menschen, leugnet die Unbedingtheit seiner Liebe und folgt damit schon einem vollständig anderen Glauben. Oder wer meint, die Menschen müssten sich Gottes Gnade verdienen. Oder es wäre möglich, Gott näher zu kommen oder sich von ihm zu entfernen. Alles das mag fromm klingen, widerruft aber in Wahrheit den Glauben im Sinne Jesu. Im nachzufolgen bedeutet, die allumfassende göttliche Liebe das Wichtigste sein zu lassen. Selbst Familienbeziehungen, so bedeutend und erfüllend sie sein mögen, können nicht das Wichtigste im Leben sein, denn das Wichtigste ist, im Leben und im Sterben unüberbietbar in Gottes Hand geborgen zu sein.
Die Mahnung, sorgfältig zu planen wie ein Bauherr oder Kriegführer, bedeutet einfach, sein Leben nach der richtigen Priorität auszurichten. Eigentlich ist das ja nichts Besonderes für denjenigen, der die Frohe Botschaft wirklich verstanden hat.

(Diakon Dr. Andreas Bell)



 


 

Seite zuletzt geändert am: 02.09.2010, 22:18 von Administrator