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    5. Sonntag im Jahreskreis

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.
In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.
Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Bibeltext: Mk 1, 29-39



Ausmalbild zum 5. Sonntag im Jahreskreis 

Ausmalbild zum 5. Sonntag im Jahreskreis

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Für Kinder:

Den heutigen ersten Teil des Evangeliums (Mk 1,29-31) könnte man „Das Wunder der Hände“ nennen. Jesus ging nach dem Synagogengottesdienst mit vier seiner Jünger in das Haus des Simon und hörte dort von der Krankheit der Schwiegermutter des Simon. Ohne zu Zögern ging Jesus daraufhin zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf: körperlich, seelisch, ganz und ohne ein Wort dabei zu sagen (Mk 1,31).
Der Evangelist Markus verwendet im griechischen Originaltext das gleiche Wort „aufrichten“, wie in der Szene des Engels am offenen Grab in Vers 16,6: „Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist aufgerichtet worden; er ist nicht hier.“ Jesus tut also von Anfang an, was endgültig an ihm getan wird. Wer anderen hilft, darf sich dann auch helfen lassen.
Wie gut tut eine kühle Hand auf einer erhitzten und fiebrigen Stirn oder wie gut es ist, wenn einem Gefallenen eine helfende Hand entgegenstreckt wird. Liebende halten sich oft stundenlang ohne Worte an der Hand. Die Hände können so viel sagen, helfen und heilen.
Was tust du (oft) mit deinen Händen?
Welche Geste fällt dir leicht und welche schwer?
Wo setzt du sie zur Hilfe für andere ein?

(Martin Bartsch)



Für Erwachsene:

Am letzten Sonntag war schon einmal ein Heilungsbericht zu hören. Tatsächlich schließt sich das heutige Evangelium nahtlos an den Text vom letzten Sonntag an. Immer noch wirkt der Skandal: Jesus wendet sich verbotenerweise am Sabbat einer kranken, also mutmaßlich sündigen Frau zu.
Und wieder spielt der Text mit theologischen Begriffen: Die Predigt, das Beten, der Geist und das Dienen. Der Begriff Geist steht nicht für ein Gespenst, weil ja auch der Heilige Geist keines ist. Der griechische Begriff daimon steht eher für Beseelung oder Lebensprinzip, für das, was den Menschen erfüllt und bewegt. Ob unrein, böse – oder auch heilig.
Die Kernbotschaft aber ist das Vorgehen Jesu: Sein Beten, also das Hören auf Gottes Wort, geht dem Predigen voraus. Und zum Predigen ist er gekommen. Gottes Wort zu hören, sich ihm zu öffnen, innerlich wie äußerlich, ist die Voraussetzung dazu, dieses Wort auch weiterzusagen. Für Jesus gilt das gleiche wie für jeden Menschen, also auch uns: Wenn wir uns Gottes bedingungslose Liebe zu jedem Menschen sagen lassen und diese Liebe gerne annehmen, werden wir selber liebevoll und dazu fähig, diese Liebe weiterzusagen und auch ganz handfest weiterzugeben. Als Dienst beispielsweise, wie die Schwiegermutter des ersten Papstes oder wie Jesus selbst den Menschen auf seine Weise diente. Hoffen wir daher, dass Jesu Predigt auch außerhalb von Galiläa, zum Beispiel bei uns, immer wieder zu hören ist und auch uns mit Heiligem Geist erfüllt.

(Diakon Dr. Andreas Bell)


 

Seite zuletzt geändert am: 04.02.2012, 18:16 von Administrator